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veröffentlicht am 23. Mai 2011

‚Brundibar 2011‘ ist ein Projekt der Singförderung im Kirchenkreis Nordfriesland in Zusammenarbeit mit der KZ Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund. Kinder und Jugendliche führen unter der Leitung von Rainer Rafalsky die von Hans Krása 1938 komponierte Kinderoper auf.

Die zwei Premieren von ‚Brundibar 2011‘ in verschiedener Besetzung finden am 28. und 29. Mai jeweils um 17 Uhr im großen Saal der Nordseeakademie in Leck statt.

Hans Krása komponierte die Kinderoper Brundibár (zu deutsch: „Die Hummel“) zu einem Text von Adolf Hoffmeister 1938. Sie wurde 1941 im jüdischen Kinderheim in Prag uraufgeführt. Nach seiner Deportation in das KZ Theresienstadt schrieb Hans Krása die Partitur erneut nieder, da er sie nicht hatte mitnehmen können In Theresienstadt wurde die Oper 55 mal gespielt und gab damit den teilnehmenden Kindern ein Stück Normalität und Freude zurück.

Zum Inhalt:
Pepíček und Aninka, zwei arme Geschwister, wollen ihre kranke Mutter retten. Der Arzt verschrieb ihr Milch, doch ohne Geld bekommen sie keine. Sie beobachten den Leierkastenmann Brundibár, der für seine Musik Münzen erhält, und beschließen, es mit ihrem Gesang ebenso zu versuchen. Doch der böse Brundibár vertreibt sie vom Marktplatz. Ratlos wollen sich die Kinder schlafen legen, als ein Spatz, eine Katze und ein Hund auftauchen und ihnen ihre Hilfe anbieten. Sie holen alle anderen Kinder, üben das Singen, und siehe da, am nächsten Tag will niemand mehr Brundibár hören, alle Leute kommen und hören ihrem Gesang zu. Die Geldstücke fallen nun in den Hut des Knaben, und alles scheint gut zu werden. Da kommt Brundibár, stiehlt den Hut mit dem Geld und rennt davon.
Kinder und Tiere jagen Brundibár und bekommen das Geld für die Mutter zurück. Das Finale der Oper besteht in einem triumphalen Marsch, der an das bedingungslose Zusammenhalten von Freunden appelliert.
Wenngleich der Inhalt der Oper auf den ersten Blick frei von Politik ist, betonen überlebende Mitwirkende aus Theresienstadt immer wieder, dass Brundibár, der fortgejagt wird, für sie Hitler darstellte, den sie so in der Oper durch ihr Zusammenhalten verjagen konnten. Insofern bekommt die Oper bei genauerer Betrachtung eine zweite, tiefere Ebene als die schlichte Geschichte der Kinder, die Milch für ihre Mutter brauchen.

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