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veröffentlicht am 22. Dezember 2009

Nordfriesland Tageblatt, 22. Dezember 2009

Augenblicke stillen Gedenkens
Der Ausschuss für die KZ-Gedenkstätte Ladelund nahm eine Arbeit von Jörg Bernkopf entgegen – der Künstler überreichte sie persönlich
Ladelund
Eine Abordnung des Gedenkstättenausschusses der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte (Kirchengemeinde St. Petri, Ladelund) nahm dieser Tage das Relief „Geister des Vergessens“ in Empfang. Der Künstler Jörg Bernkopf überreichte das Werk im Dokumentenhaus. Das Kunstwerk war Bestandteil der Ausstellung von Arbeiten des Achtrupers, die unter dem Titel „Menschenlaub“ in der Zeit vom 21. Juni bis zum 15. November in der Gedenk- und Begegnungsstätte zu sehen war (wir berichteten).

Das Relief wurde von der Kirchengemeinde als Träger der Einrichtung gekauft, um es dauerhaft im „Raum der Stille“ des Dokumentenhauses zu platzieren. Möglich wurde die Anschaffung durch Spenden und eine Kollekte in der Kieler St.-Nikolai-Kirche zugunsten der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund. Neben einigen Sponsoren spendeten zahlreiche Besucher der Ausstellung und weitere Privatpersonen. Allen, die zum Kauf beigetragen hatten, dankten Gemeindepastor Hans-Joachim Stuck und Pastor Günther Barten, Sprecher des Ausschusses und Vorsitzender des Fördervereins .

Auf dem „bewusst sehr flach gehaltenen Relief“ (Bernkopf) überlagern sich Fragmente von Gesichtern und vereinigen sich zu einer ätherisch anmutenden bewegten Fläche. „Die Versilberung fasst alle Gesichter-Teile zu einem Gesamtklang zusammen“, kommentierte der Künstler. „Menschen mit ihren Gesichtern und Schicksalen haben diesem Ort seinen besonderen Charakter gegeben.“ Gefangene und Aufseher, das politische Klima der Zeit wie auch das dörfliche Umfeld seien „Geister“, die man niemals vergessen dürfe, denn „sie werden nicht nur durch wissenschaftliche Dokumentation, sondern insbesondere auch durch Kunstwerke lebendig gehalten“.

Dem Künstler ist es auf seine ganz persönliche Weise gelungen, mit Hilfe seiner Tafel den Menschen, die dem Betrachter unbekannt sind, ein Gesicht zu geben. Da er dadurch auf sinnliche Weise Augenblicke des stillen Gedenkens ermöglicht, hat sein Relief im „Raum der Stille“ des Dokumentenhauses einen idealen Platz erhalten.
ji

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