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Die Gedenkstättenarbeit in Ladelund ist seit ihren Anfängen eine kirchliche Arbeit, getragen von der kleinen evangelisch- lutherischen Kirchengemeinde St. Petri Ladelund, seit 1995 unterstützt vom Kirchenkreis Südtondern und der Nordelbischen Ev. – Luth. Kirche.

Im Mittelpunkt standen immer die Menschen – die trauernden Angehörigen, die Überlebenden des KZ Ladelund und die Zeitzeugen. 

Die 1950 begonnenen Kontakte mit den Angehörigen der Ladelunder KZ Opfer haben über das gemeinsame Gedenken an den Gräbern, über zaghafte erste Annährung und Verständigungsversuche und über Jahre und Jahrzehnte der Begegnungen unter christlichem Vorzeichen zu einer Versöhnungsbereitschaft zwischen Angehörigen und Nachkommen der Opfer wie der Tätergesellschaft geführt, die im Zusammenhang mit der NS- Vergangenheit einzigartig ist.

 

In Ladelund wurde bereits das Gedenken gepflegt, um Verständigung und Versöhnung mit den Angehörigen der NS Opfer gerungen, als in weiten Teilen des Landes die NS Vergangenheit noch verdrängt und verschwiegen wurde. Hier verstanden Konfirmanden und Schulkinder angesichts der Gräber der KZ Opfer etwas von dem historischen Hintergrund und tieferen Sinn der Mahnung unseres Grundgesetzes „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, als in den Lehrplänen des Geschichtsunterrichtes an deutschen Schulen der Nationalsozialismus noch gar nicht vorkam. Und hier wurde bereits 30 bis 40 Jahre lang Gedenkstättenarbeit geleistet, bevor die Geschichte des KZ Ladelund und mancher anderer Orte des NS Terrors von Historikern erstmalig wissenschaftlich beforscht und dokumentiert wurde.

Mit der wissenschaftlichen Ausstellung über das Konzentrationslager- Außenkommando Ladelund 1990 und der Errichtung einer hauptamtlichen Stelle für die Leitung und Arbeit 1995 wurde die KZ Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund zur ersten in vollem Umfang anerkannten KZ- Gedenkstätte in Schleswig- Holstein.

Heute begegnen sich in Ladelund und in Putten / Niederlande Menschen, deren Angehörige dem Nationalsozialismus zum Opfer fielen, überlebende ehemalige KZ Häftlinge und Menschen, die einst als Jugendliche begeistert in Hitlerjugend und BDM aktiv waren, einander als Freunde, laden sich gegenseitig in ihre Häuser und sogar zu hohen Geburtstagen oder Familienfeiern ein. Die Beziehungen zwischen Zeitzeugen und Betroffenen werden in manchen Familien bereits von der zweiten und dritten Generation mit gepflegt und gelebt.


Ebenfalls Betroffene aus Dänemark, aus Polen und anderen europäischen Ländern werden in die Begegnungen und Beziehungen mit hinein genommen. Und über die Grenzen der Konfessionen hinweg feiern Calvinisten, Katholiken, Lutheraner, Gläubige anderer Bekenntnisse und Konfessionslose miteinander Gottesdienste. Der Konsens aller wird im Titel der als Broschüre in Ladelund herausgebrachten Erinnerungen des ehemaligen Ladelunder KZ- Häftlings Jannes Priem aus den Niederlanden zum Ausdruck gebracht: Vergeben – Nicht vergessen. 

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