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Schwerste Sklavenarbeit mussten die Häftlinge vor allem am “Friesenwall” leisten. Mit Schaufel und Spaten gruben sie militärisch sinnlose Panzergräben südlich der dänischen Grenze. Unterernährt, den Schlägen der Kapos ausgeliefert arbeiteten die Häftlinge oft elf Stunden täglich im eiskalten Wasser
Es war eine schwere Arbeit, den feuchten Kleiboden zu bewegen, hinzu kamen die langen Anmarschwege von mehreren Kilometern.

Der Begriff Friesenwall kennzeichnet eine projektierte, aber nur teilweise vollendete Wehranlage an der deutschen Nordseeküste, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs erstellt werden sollte. Adolf Hitler erteilte am 28. August 1944 den Befehl, die deutsche Nordseeküste von der niederländischen Grenze bis nach Dänemark mit Schanzgräben zu sichern. Für den Friesenwall entstanden Panzergräben von etwa fünf Meter Breite und vier Meter Tiefe, sowie zum Teil verbunkerte Stellungen.

Für den Bau wurden 16.000 Kriegsgefangene herangezogen sowie 6.000 Häftlinge, die aus dem KZ Neuengamme in die neu errichteten Außenlager  Engerhafe/ Ostfriesland (2.000 Gefangene), Husum-Schwesing und Ladelund/ Nordfriesland (insgesamt über 4.000 Gefangene) verfrachtet wurden. Die Häftlinge arbeiteten sieben Tage die Woche; nur unzulänglich bekleidet mussten sie in Kälte, Wind und Dauerregen des Herbsts 1944 mit primitivem Gerät den schweren und nassen Lehm- und Kleiboden bewegen.

In Husum-Schwesing starben von September bis Dezember etwa 300 Menschen, in Ladelund innerhalb weniger Wochen vom 1. November bis 16. Dezember weitere 300.

Der Friesenwall sollte aus Schützengräben und Unterständen direkt am Seedeich bestehen und durch zwei Panzergräben weiter im Binnenland sowie durch sogenannte Riegelstellungen parallel zur deutsch-dänischen Grenze ergänzt werden. Die nur halbherzig geplanten und durchgeführten Arbeiten gerieten bald in den Sog des sich abzeichnenden unaufhaltbaren Zusammenbruchs und wurden teilweise bereits Ende 1944, spätestens aber im Februar 1945 aufgegeben. Der Friesenwall wurde nur zwischen Husum und Bredstedt mehr oder weniger fertiggestellt und blieb im Norden Nordfrieslands ein Flickwerk. Insgesamt entstanden an der nordfriesischen Küste 237 Kilometer Panzergräben, 250 Kilometer Stellungsgräben und 4633 Ringstände. Die Anlage war militärisch sinnlos und wurde nie benötigt. Zum größten Teil wurde sie nach Kriegsende zugeschüttet. Einige Bunkerruinen und Panzersperren des Friesenwalls sind an der Küste noch heute erhalten, in der Umgebung von Ladelund kann man Spuren des Panzergrabens noch an mehreren Stellen im Gelände erkennen.

 

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