sh:z 17.Juni 2010:
Panzergraben als Mahnmal
Rekonstruktion an der KZ-Gedenkstätte Ladelund bis November / Kommission wählte Kunstwerk
Ladelund
Ein Symbol der Unterdrückung, sinnloser Quälerei und der Vernichtung von Leben durch die Nationalsozialisten entsteht neu. Ein Abschnitt des Panzergrabens, der als Teil des „Friesenwalls“ im Zweiten Weltkrieg eine Invasion der Alliierten in Nordfriesland behindern sollte, wird in nächster Nachbarschaft der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund rekonstruiert und sichtbar gemacht. Eine Stele wird auf die besondere Bedeutung des Ortes hinweisen – Ergebnis eines Wettbewerbs, der jetzt entschieden wurde.
Zum Jahresbeginn war der Kirchengemeinde Ladelund als Trägerin der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte angeboten worden, zwischen dem Dokumentenhaus der Gedenkstätte und dem Gelände der einstigen Außenstelle Ladelund des KZ Neuengamme auf Kosten des Landes ein etwa 30 Meter langes Teilstück des verschütteten Panzerabwehrgrabens freizulegen und im ursprünglichen Zustand herzustellen, um ein authentisches Stück der einstigen KZ-Anlage vorweisen zu können. Es solle aber nicht bei einem „bloßen Tiefbauvorhaben“ bleiben, sondern künstlerisch sinnvoll aufbereitet werden. Der Panzergraben ist unter Denkmalschutz gestellt worden.
Auf die zunächst offene Ausschreibung bewarben sich mehr als 20 Künstlerinnen und Künstler, woraufhin die Ausschreibung als beschränkter Wettbewerb fortgeführt wurde. Da inzwischen feststand, dass das Geld für die Wiederherstellen des Panzergrabens vorhanden ist, konnten die Künstler sich auf einen Bezug zur Gedenkstättenarbeitkonzentrieren, insbesondere zur wissenschaftlichen Dauerausstellung im Dokumentenhaus.
Zur Auswahl eines Entwurfs kam die Kommission „Kunst im öffentlichen Raum“ des Landes Schleswig-Holstein im Dokumentenhaus zusammen, unter der Leitung des Ausschussvorsitzenden Dr. Klaus Alberts (Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein) und in Anwesenheit von Caroline Schwarz (Landes-Beauftragte für Minderheiten und Kultur). Zur Auswahl standen drei Entwürfe, die von den Künstlern in der mehrstündigen Sitzung persönlich präsentiert und erläutert wurden.
Die Kommission entschied sich – bei einer Gegenstimme – für das radikal abstrakte Mahnmal des Prof. Ansgar Nierhoff (Köln). Die Annahme seines bis zum Volkstrauertag 2010 zu realisierenden Konzeptes erfolgte unter dem nachdrücklichen Vorbehalt, dass zusätzlich ein Teilstück des Panzergrabens ausgehoben, zumindest aber ein Profilabdruck gefertigt wird. Dies wurde verbindlich zugesagt.
