Gedenken an die Opfer der Gewaltherrschaft
16. November 2009 | Von vb/frb
Im Husumer Schlossgarten fand die Zentralfeier statt. Foto: vb
Bei der zentralen Gedenkveranstaltung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge legten Vertreter verschiedener Institutionen nach einem Gottesdienst im Husumer Schloss im nahe gelegenen Schlossgarten Kränze nieder.
“In dieser unserer Gegenwart gibt es - Verteidigungsminister zu Guttenberg hat es mit seinen Worten über den ‘gefühlten Krieg’ in aller Deutlichkeit gesagt - noch immer so unfassbar viel Grausamkeit, Gewalt, Terror und Unterdrückung”, erklärte Husums Bürgervorsteherin Birgitt Encke in ihrer Rede. Der Volkstrauertag gebe seit 1922 die Möglichkeit, gemeinsam zurück zu blicken, Verantwortung für das Geschehene zu erkennen und Konsequenzen daraus für unser Handeln abzuleiten. Die Repräsentantin der Kreisstadt zitierte auch Reichspräsident Paul Löbe, der vor 86 Jahren im damaligen Reichstag gesagt hat: “Leiden zu lindern, Wunden zu heilen, aber auch Tote zu ehren, Verlorene zu beklagen, bedeutet Abkehr vom Hass, bedeutet Einkehr zur Liebe, und unsere Welt hat die Liebe Not.”
Mit einem mehrsprachigen Gottesdienst wurde am Volkstrauertag auch des 65-jährigen Bestehes der KZ Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund gedacht. Gothart Magaard, Bischofsbevollmächtigter im Sprengel Schleswig und Holstein, sagte in seiner Predigt, Ladelund sei ein lebendiger Ort der Trauer und der Tränen und zugleich ein Ort der Begegnung und Versöhnung. Im KZ Ladelund, einem Außenkommando des Hamburger Konzentrationslagers Hamburg-Neuengamme, verloren 1944 mehr als 300 Jungen und Männer aus Putten (Niederlande) ihr Leben. Magaard berichtete in seiner Predigt auch von einem persönlichen Besuch in diesem Ort, deren Menschen mit ihren Geschichten um Trauer und Versöhnung ihn nachhaltig geprägt hätten.